Reise

Ayurveda - Tiroler Alpen

Fast wie in Indien – Ayurveda-Kur mitten in den Tiroler Alpen

Hinterthiersee, ein Dorf in den Tiroler Alpen, ist für besondere Kurgäste wie ein kleiner Garten Eden auf Erden. Eine Ayurveda-Kur unter Aufsicht eines indischen Arztes umgeben von intakter Natur und herrlicher Landschaft wird mitten in den österreichischen Bergen zu einem besonderen Erlebnis.

Die Fahrt nach Hinterthiersee führt zunächst durch ein Seitental des Inntals über eine kurvenreiche Straße hinauf nach Thiersee mit seinem kleinen Bergsee. Ein paar Kilometer weiter liegt in dem sonnigen Hochtal, eingebettet zwischen den Tiroler Alpen, nahe der österreichisch-bayerischen Grenze das kleine Dorf. Kein Durchgangsverkehr, kein Touristenrummel, kein Nightlife. Dafür frische Bergluft, das Läuten von Kuhglocken und Ruhe und Natur pur. Genau die richtige Umgebung für eine echte Ayurveda-Kur.

Wer hier herkommt, will hier auch sein und kommt nach der kurzen Autofahrt auch gleich an. Kein Jetlag, kein Kulturschock. Das Ayurveda-Hotel Sonnhof liegt am Dorfeingang. In der kleinen Lobby zwischen dem Restaurant und dem Zimmertrakt wird man von wohlriechenden Düften und dem alpenländischen „Grüß Gott, hoatten Sie a guate Anreise“ empfangen. Als erstes gibt es eine kleine Führung durch das Haus. Lisa, Tochter und Juniorchefin, gibt dabei ein paar Tipps. Wer es langsam angehen lassen will, verbringt den ersten Tag im schönen neuen Wellness-Bereich mit Sauna, Dampf- und exotischen Bädern oder lässt sich bei einer Beauty-Behandlung verwöhnen. In dem von Licht durchfluteten Restaurant mit Blick auf die wunderbare Bergwelt wartet morgens ein ayurvedisches Buffet und wird abends ein Menü serviert, das Walia, der indische Koch, für die Ayurveda-Gäste zubereitet. Wenn es der Kurverlauf erfordert, kocht er auch nach Anweisung des Arztes.
Um die Kur am nächsten Tag ausgeruht zu beginnen, empfiehlt es sich früh ins Bett zu gehen. Das Programm beginnt im runden Ayurveda- und Meditationszentrum „Om“ morgens um acht Uhr mit Yoga oder Qigong. Danach gibt es ein leichtes Ayurveda-Frühstück und anschließend ist der erste Termin bei Dr. Sharma vereinbart.
Der indische Arzt, der an einer indischen Universität Ayurveda-Medizin studiert und mit dem Doktorgrad abgeschlossen hat, spricht gut Deutsch und hat eine ruhige, sympathische Ausstrahlung. Seit Januar ist er in der Ayurveda-Abteilung für Ayurveda-Kuren und Behandlungen zuständig.

Das Besondere an diesem Ayurveda-Hotel ist, dass Therapeuten, Köche und Ärzte mit ihrer fachlich kompetenten Inhaberin, Brigitte Mauracher, zusammenarbeiten. Die vierfache Mutter ließ sich selbst zur staatlich anerkannten Ayurveda Wohlfühlpraktikerin ausbilden. Ihr Wunsch, einen Beruf im Ayurveda zu erlernen, erwachte mit der Übernahme des einstigen Dorfgasthauses, das sich unter ihrer Leitung und der ihres Mannes über die Jahre in ein ernst zu nehmendes Ayurveda Hotel gewandelt hat.

Während Doktor Sharma mit Abtasten des Pulses den aktuellen Zustand der Doshas, also der individuellen Verfassung, feststellt, ist kein Laut im Raum zu hören. Zuviel Vata, zuviel Pitta
lauten heute die meisten Diagnosen. Und er legt den Behandlungsplan der nächsten Tage fest.

Das meiste klingt nach Verwöhnungskur: Tägliche Massagen, Dampf- und Kräuterbäder, Trinkkur mit ayurvedischem Wasser und Tees, ayurvedische Kost. Einzig die Bastis, Darmeinläufe mit Kräuter-Gemischen, schrecken zunächst etwas ab. Aber alles halb so wild, meint ein Gast, der das bereits kennt. Danach fühle man sich in seinem von innen wie außen gereinigten Körper so wohl, dass man wirklich das Gefühl habe, ganz sich selbst zu sein. Die Anwendungen füllen nicht nur jeden Tag aus, sie sind auch anstrengend. Nach den Massagen und Dampfbädern ist Ruhen angesagt. Fällt leicht bei einer so herrlichen Aussicht. Der Blick vom Zimmer und Balkon schweift entlang des wunderschönen Thierseer Tals und trifft auf das imposante Massiv des Wilden Kaiser, das sich östlich vom Inntal über Kufstein erhebt.
Zu jeder Tageszeit und bei jeder Wetterlage zeigen sich Landschaft und Berge in einem anderen Gewand und wenn nach einem strahlend schönen Tag abends die Sonne untergeht, dann begreifen selbst Nordlichter, was es mit dem Alpenglühen auf sich hat. Manchmal fällt es richtig schwer, sich von diesem ergreifenden Naturspektakel zu verabschieden um pünktlich zur nächsten Behandlung zu erscheinen.

Eine Ayurveda-Kur ist  kein Spaziergang. Die innere Reinigung des Körpers strengt an und macht müde. Vor allem bei einer Dominanz des Vata-Doshas ist es wichtig, zur Ruhe zu kommen. Das fällt diesem unruhigen Typus nicht ganz leicht. Sprudeln gerade bei ihm die Gedanken nur so. Genau die aber sollen beruhigt werden. Daher unterstützt die Kur alles, was ein Geborgenheitsgefühl vermittelt, Wärme, Kraft spendendes und wärmendes Essen und Getränke, Meditation, wer es schafft, verzichtet auf’s Fernsehen und merkt schon nach wenigen Nächten, wie sich der Schlaf verbessert. Erlaubt ist, der kurbedingten Müdigkeit nachzugeben. Dann ist das Zimmer der Rückzugsort. Während des Tages gilt: Ruhen ja, schlafen nein. Das hilft, die innere Uhr ins Gleichgewicht zu bringen und wieder zu einem gesunden Rhythmus und geordneten Tagesablauf zu finden, den Vata-Typen gerne vernachlässigen. Während der Kur ist das einfach, denn jeder Tag ist organisiert.
Aber auch die anderen Dosha-Störungen weiß Dr. Sharma zu reduzieren. Pitta-Typen neigen dazu über die eigenen Grenzen hinaus zu wollen, mit allen körperlichen Konsequenzen, bis zu Burn-Out oder Herzinfarkt und Kapha-Typen kennen Phlegmatismus und Übergewicht. Eine Ayurveda-Kur hilft bei verschiedenen Befindlichkeitsstörungen und chronischen Krankheiten, die häufig aufgrund falscher Ernährung und eines ungesunden Lebensstils entstehen. Deshalb gehört zuhause etwas Disziplin dazu um die eine oder andere Gewohnheit zu ändern, um den Kurerfolg, der sich so richtig wahrscheinlich erst nach drei Wochen einstellt, zu verlängern.

Der Kurverlauf sieht, je nach verfügbarer Zeit, mehr oder weniger viele Tage für die drei Phasen Vorbereitung, Ausleitung und Nährung vor. In der dritten Phase spürt man, wie die Lebensgeister sich wieder rühren und die Umgebung mit ihrem Angebot an schönen Spaziergängen lockt. Aber langsam, wer kurt soll seine Kräfte schonen.

Direkt vom Hotel weg führen zahlreiche Wege. Von Spaziergängen bis zu Tageswanderungen ist gemäß der ärztlichen Empfehlung für jede Kondition und Erwartung etwas dabei. Längere Wanderungen führen fast immer an einer Alm oder einem Berghof vorbei. Wer kurt, muss dann schon sehr viel Disziplin aufbringen um einem Tiroler Jausenbrettl mit Rotwein zu widerstehen. Aber auch wenn’s nur ein Glas Wasser aus der hauseigenen Quelle ist, die Wege lohnen sich. Sie führen durch Wiesen, märchenhafte Wälder, in denen das Sonnenlicht Farne und Moose zum Leuchten bringt, sie führen über Grate und eröffnen immer wieder überraschende und atemberaubende Blicke in das unten liegende Tal und auf die abwechslungsreiche Bergwelt mit ihren in den Himmel ragenden Gipfeln.
Das Hotel bietet geführte Wanderungen. Ein besonderes Erlebnis sind Kräuterwanderungen, die einen direkten Bezug zur Natur und ihrer Verbundenheit, vor allem während einer Kur, herstellen.

Mehr Information: http://www.tirol-ayurveda.at/

Quelle: Presse Service Ayurveda