Forschung

Professor Dr. AmmonAntitumor-Wirkung der Boswellia-Säuren aus dem indischen Weihrauch

Es könnte die Hoffnung für Gehirntumorpatienten sein. Bei Astrozytomen und Gliablastomen gaben Forschungsergebnisse bereits in den 90er Jahren Anlass zu der Vermutung, dass die Boswelia-Säuren des indischen Weihrauchs diese Tumore in ihrem Wachstum hemmten. Klinische Studien im Tierversuch und am Menschen bestätigten die Vermutung. Doch den Universitätsinstituten fehlen für die nötige umfängliche wissenschaftliche Beweisführung die finanziellen Mittel.

Die erste Universität, die sich in Deutschland um die pharmakologische Erforschung der Boswellia- Säuren verdient machte, ist die Universität Tübingen. Dort hatte sich bereits Anfang der neunziger Jahre der inzwischen emeritierte Pharmakologe Prof. Dr. H.P.T.Ammon der vielseitigen Heilwirkung des in der Ayurveda-Medizin seit Jahrtausenden eingesetzten indischen Weihrauchs gewidmet. Er unternahm mehrere Studienreisen nach Indien, tauschte sich mit den dortigen Kapazitäten aus und begann am eigenen Lehrstuhl das heilende Harz systematisch zu erforschen. Nachdem erste belastbare Ergebnisse vorlagen, gelang es ihm Kollegen der medizinischen Fakultät für interdisziplinäre Studien zu gewinnen. Heute konzentrieren sich bei der Forschung an den Boswellia-Säuren Wissenschaftler an den Universitäten Tübingen, Ulm und Freiburg auf ihre Antitumor-Wirkung, im besonderen bei bestimmten Gehirntumoren.

In-Vitro-Voruntersuchungen hatten ergeben, dass bei diesen Tumoren der 5-Lipoxygenase-Stoffwechselweg und damit die Cysteinyl-Leukotrien-Biosyntheses hochreguliert sind. Es gilt als sicher, dass Cysteinyl-Leukotriene vasogene Ödeme verursachen können und damit am Wachstum von Gehirntumoren beteiligt sind. Die hemmende Wirkung der Boswellia-Säuren auf die  5-Lipoxygenase ist bekannt und inzwischen auch wissenschaftlich erwiesen. Prof. Dr. Thomas Simmet am Institut für Naturheilkunde der Universität Ulm und sein Team therapierten Patienten mit einem Weihrauchextrakt. Sieben Tage lang erhielten diese dreimal täglich 1200 mg des Weihrauch-Trockenextraktes. Gegenüber Patienten, die viermal täglich mit 4mg Dexamethason behandelt wurden, war bei den mit Weihrauch-Trockenextrakt Therapierten ein deutlich stärkerer Rückgang der peritumoralen Hirnödeme festzustellen.
Zudem zeigte sich bei der Untersuchung von operativ entferntem Tumorgewebe bei mehr als fünfzig Prozent der Fälle, dass große Teile des pathologischen Gewebes abgestorben waren, was auf weitere

Antitumor-Wirkungen des Weihrauchs hinweist.
Auch bei Zellkulturen menschlicher Astrozytome und Gliablastome sind die Antitumor-Wirkungen der Boswellia-Säuren nachweisbar.

Derzeit wird untersucht, ob Cysteinyl-Leukotriene auch bei anderen Tumorarten beteiligt sind und ob die Antitumor-Wirkung der Boswellia-Säuren auch hier therapeutisch genutzt werden könnte.

Quelle: Presse Service Ayurveda