Ausbildung© Susanne Oehlschläger

Große Qualitätsunterschiede in der Ayurveda Ausbildung zwischen Schweiz, Österreich und Deutschland

Eine gute Ausbildung ist die Basis für eine gute Qualität in Ayurveda Dienstleistungen oder Behandlungen. Fehlt diese Basis besteht für Kunden, Gäste oder Patienten die Gefahr gesundheitliche Schäden davon tragen, denn zum präventiven Bereich zählen auch verschiedene manuale Therapieformen, sowie Schwitz- und Kräuterbäder, Bewegungs- und Ernährungsberatung und Produktwissen, während die Ayurveda-Medizin zudem Diagnose und Therapieplan einschließt.
Die Ausbildungsvorschriften in Deutschland, Österreich und in der Schweiz weisen große Unterschiede in den Ausbildungsanforderungen auf.

Schweiz
In der Schweiz kann jeder Ayurveda-Behandlungen anbieten. Es gibt aber eine Art Selbstregulativ durch das Erfahrungsmedizinische Register (EMR), das über die Zulassung bei Krankenversicherungen entscheidet. Patienten, die über eine Zusatzkrankenversicherung verfügen, können darüber ihre Behandlungen bei kassenzugelassenen Ärzten und Therapeuten, die Naturheilverfahren anbieten, abrechnen. Um die Zulassung zu erhalten ist beim EMR der Nachweis einer qualifizierten Ausbildung zu erbringen und gemäß den Vorschriften für Hygiene und Ausstattung eine Praxis zu führen. Zur Ausbildung zählen ein festes Ausbildungscurriculum, welches ein privates Ausbildungsinstitut selbst erstellen kann, und 400 Unterrichtsstunden einschließlich schulmedizinischem Wissen. Die Ausbildung ist ausgerichtet auf die Ausübung von therapeutischen und Medical Wellness Berufsbildern. Wellness Anwendungen werden auch künftig nicht über Kassen abzurechnen sein.
Die verschiedenen Berufsverbände für Natur- und Komplementärmedizin, darunter der Verband Schweizer Ayurveda Mediziner und Therapeuten (VSAMT) haben in Abstimmung mit den Krankenkassen den Beruf des Komplementärtherapeuten entwickelt, der derzeit vor der eidgenössischen Abstimmung steht. Nach Verabschiedung umfasst der Beruf des Komplementärtherapeuten vier Jahre Ausbildungszeit mit einem klaren Curriculum, welches eine Grundausbildung mit aufbauender Schwerpunktausbildung in einem naturmedizinischen Fach, zum Beispiel Ayurveda, vorsieht.

Österreich
Derzeit bestehen die strengsten gesetzlichen Regelungen in Österreich.
Medizinische Behandlungen sind in Österreich ausschließlich Ärzten vorbehalten. Das Berufsbild des Heilpraktikers existiert in Österreich nicht. Ayurveda-Medizin darf also nur von einem Arzt angeboten werden. Ein Quereinstieg in Ayurveda-Medizin ist ausgeschlossen.
Ayurveda-Lehrgänge für Ärzte bietet die Europäische Akademie für Ayurveda in Kooperation mit der Wiener Akademie für Ganzheitsmedizin Gamed an.
Für den gesundheitsfördernden und präventiven Bereich wurde in Österreich das Berufsbild des Wellness- und Ayurveda-Wohlfühlpraktikers geschaffen. Diese öffentlich-rechtlich anerkannte Weiterbildung erfolgt durch eine dreijährige Ausbildung. Sowohl die Zahl der Unterrichtseinheiten, es sind 775, wie das Curriculum sind für alle Ausbildungseinrichtungen festgelegt. Die Ausbildung schließt mit einer Prüfung ab. Die bestandene Prüfung ist die Voraussetzung zur Beantragung eines Gewerbescheins, ohne den in Österreich keine selbstständige Tätigkeit ausgeübt werden darf.
Die Mitarbeit in einer Ayurveda-Praxis oder in einem Wellnessbetrieb ist während der Ausbildungszeit erlaubt.

Deutschland
In Deutschland können, ausgenommen die Ausbildung zum Heilpraktiker, sämtliche Ausbildungen rund um Wellness, Medical Wellness und Naturheilverfahren völlig unreguliert, das heißt ohne jegliche amtlichen Auflagen angeboten werden. Das führt zu der Situation, die der Markt in Deutschland heute widerspiegelt, nämlich zu einer unüberschaubaren Flut von Berufsbezeichnungen und Ausbildungsangeboten an dubiosen Ausbildungsinstituten, die mit Preisdumping, „Zertifikats“- und „Diplom“-Abschlüssen eine schlecht informierte oder gutgläubige Klientel anlocken. Beispielsweise sind Diplome ausschließlich der Vergabe durch Universitäten vorbehalten.

Die Reaktion: Ayurveda-Studiengänge mit Europäischem Hochschulabschluss.
Die beiden Ausbildungsinstitute Europäische Akademie für Ayurveda und Campus Naturalis Akademien für ganzheitliche Gesundheitsbildung, bemühen sich schon seit Jahren um einen Ausbildungsstandard und die offizielle Anerkennung als Bildungsträger.
Die Europäische Akademie für Ayurveda mit Sitz im hessischen Birstein und mehreren Ausbildungseinrichtungen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz, ist bereits seit dem Jahr 2004 qualifizierter Partner der Gujarat Ayurveda-Universität in Jamnagar, Indien und genießt seit 2007 die Anerkennung der Weiterbildung Hessen e.V., was im einzelnen Kostenförderung für die Studierenden bei Weiter- und Fortbildungen bedeuten kann.
Weiterbildungen an der Europäischen Akademie für Ayurveda werden mit Bildungsschecks und im Einzelfall auch mit Bildungsgutscheinen durch die Agentur für Arbeit gefördert. Zudem sind ihre Lehrgänge und Abschlüsse von den Berufsverbänden Europäischer Ayurveda Mediziner- und Therapeuten (VEAT) und Verband Schweizer Ayurveda Mediziner und Therapeuten (VSAMT) anerkannt.
Ab September 2008 bietet die Europäische Akademie für Ayurveda Ärzten eine einjährige Fortbildung in Ayurveda-Medizin an, die von der Bayerischen Ärztekammer mit 100 Punkten quittiert wird. Der erste Fortbildungslehrgang beginnt in Passau.
Als Partner der Londoner Middlesex University beginnt im November 2008 in ihren Unterrichtsräumen in Birstein in deutscher Sprache ein 3-jähriger Studiengang in Ayurveda-Medizin, der mit dem europäischen Hochschulabschluß Post Graduate Diplom (PGDip) abschließt.
Das Studium richtet sich an Ärzte, Heilpraktiker und medizinische Berufe.
    Auch Weiterbildungen der Campus Naturalis Akademien für ganzheitliche Gesundheitsbildung mit Sitz in Berlin und weiteren Ausbildungseinrichtungen in München und Frankfurt werden im Einzelfall durch die Agentur für Arbeit gefördert. Derzeit sind die Campus Naturalis Akademien für ganzheitliche Gesundheitsbildung im Begriff ein Qualitätsmanagementsystem einzuführen, das die
Belegung der Weiterbildungen mit Bildungsgutschein ermöglicht.
Campus Naturalis Akademien für ganzheitliche Gesundheitsbildung wurde vom Berliner Senat für Bildung, Wissenschaft und Forschung sorgfältig auf sämtliche Standards einer staatlichen
Hochschule geprüft und wird mit der Akkreditierung vom Senat als eine solche anerkannt. Ziel der
Campus Hochschule ist es, dass ihre sämtlichen Studienmodule auf ein weiterführendes
Bachelorstudium angerechnet werden. Das dazu notwendige Akkreditierungsverfahren, während dem sämtliche Studiengänge im einzelnen geprüft und akkrediert werden, läuft derzeit, so dass voraussichtlich zum Sommersemester 2009 die Campus Hochschule für integrale Pädagogik, Gesundheit und Wirtschaft iG ihren Betrieb aufnehmen wird. Hinsichtlch Ayurveda wird dann ein Bachelorstudiengang „Integrale Verfahren und Prävention“ angeboten, der östliche Verfahren (Ayurveda-Therapeutik und Traditionelle Chinesische Medizin), integrale manuelle Therapie (Ayurveda-Massagen, Shiatsu) und östliche Bewegungsverfahren (Yoga, Qi Gong) umfassen wird.
Schon heute sind einige Studienschwerpunkte belegbar und werden mit ausdrücklicher Genehmigung des Berliner Senats auf das spätere Kreditpunktesystem angerechnet.
Die Ausbildungen von Campus Naturalis Akademien für ganzheitliche Gesundheitsbildung sind auch von der Deutschen Gesellschaft für ganzheitliche Therapie, Beratung und Prävention gGmbH (DGGTP) anerkannt, die Nachweise eines Mindestunterrichts von 300 im präventiven bzw. 400 Stunden im therapeutischen Bereich und jährliche Weiterbildungen verlangt.

Quelle: Presse Service Ayurveda