Wissenschaft

Zellkultur LaboratoriumBestandssicherung ayurvedischer Pflanzen aus Wildwuchs und internationale Forschungsprojekt

Seit über 100 Jahren wird die Sicherung der Verfügbarkeit bedrohter medizinischer Pflanzen von der Arya Vaidya Sala Kottakal Stiftung als bedeutende Aufgabe angesehen. Die damit einhergehenden Anstrengungen gehen in diverse Richtungen: Pflege eines Schaugartens, Anbau in natürlicher Umgebung, gemeinschaftliche Forschungsprojekte, Vergleiche und Veröffentlichung von Referenzmaterial und Ausweitung der Aktivitäten.
Eine Hauptaufgabe besteht im Vergleich und der Zusammenstellung von Informationen über die Eigenschaften und Verwendung medizinischer Pflanzen in den klassischen und modernen Texten. Die Ergebnisse wurden in eine fünfbändige Abhandlung gefasst mit dem Titel „Indische Medizinische Pflanzen – Ein Kompendium von 500 Arten“ („Indian Medicinal Plants – A Compendium of 500 Species“, Orient Longman, Chennai, 1994-96).

In Kottakal ist auf einem zwei Hektar großen Gelände ein Schaugarten angelegt. Eine lebende Sammlung von siebenhundert wissenschaftlich erfassten medizinischen Pflanzen, ein Herbarium und ein Museum für die spezifische Betrachtung genau erfasster Rohstoffe für Arzneien werden hier unterhalten. Diese Einrichtung dient als Studienzentrum und als Sammelpunkt für die verschiedenen Berufsgruppen, wie Ärzte, Therapeuten und Studenten, aber auch für Bauern und andere. Auf der Basis der hier eingereichten Studien wurden mehrere wissenschaftliche Papiere und der Band „Ayurvedische Drogen und ihre pflanzlichen Quellen“ („Ayurvedic Drugs and Their Plant Sources“, Oxford & IBH, Delhi, 1994) veröffentlicht. Der Garten ist zudem ein beliebtes Ziel für Besucher.

Mehr als 50 Hektar Land werden insgesamt in Mannarghat , in der Nähe von Palakkad in Südindien, in Kottapuram, Thrikkakara, in der Nähe von Cochin und in Kottakal bearbeitet, wo viele seltene Heilpflanzenarten breit angelegt kultiviert werden. Diese Landbauzonen liefern mit ihren Versuchsreihen zur Züchtung und der Pflege von Feld-Genbanken außerdem Informationen für wissenschaftliche Untersuchungen.

Eines der zentralen Projekte ist das „(Indische) Medizinische Pflanzen Projekt“ (“Medicinal Plants (India) Project”), das in Zusammenarbeit mit dem International Development Research Centre (IDRC) in Kanada durchgeführt wurde. Zwanzig bedrohte medizinische Pflanzen aus den westlichen Landesteilen wurden unter den Gesichtspunkten ihrer Arzneiverfügbarkeit, Vermehrung und Verbreitung untersucht. Mehrere wissenschaftliche Papiere und die Zusammenfassung „Einige bedeutende medizinische Pflanzen der westlichen Landesteile, Indien – Ein Profil“ (“Some Important Medicinal Plants of the Western Ghats, India – A Profile“) entsprangen diesem Projekt.

IDRC unterstützte weiter ein Projekt zur Ernte, Verarbeitung und Lagerung von Ayurveda Rohpflanzenmaterial mit dem Ziel die gängige Praxis auszuwerten und neue Prozesse zu entwickeln. Kürzlich startete ein Programm zur Einrichtung einer Keim-Plasma-Bank für medizinische Pflanzen, das von der Abteilung für Biotechnologie der Indischen Regierung unterstützt wird. Die wichtigsten Bereiche dieses Programms sind eine Fel-Genbank, eine In-Vitro-Bank, eine Saatgutbank, eine digitale Datenbank, etc.

Die Ausweitung der Arbeit wurde geplant, um die Verfügbarkeit ursprünglicher Heilkräuter zu sichern. Samen und Setzlinge aus den Landbauzonen werden zu marktüblichen Preisen an Bauern verkauft. Organischer Dünger aus Pflanzenrückständen wird ihnen zu einem günstigen Preis ebenfalls zur Verfügung gestellt. Es werden Trainingsprogramme zu Kosten sparenden Anbautechniken für Bauern, NGOs, Landwirtschaftsinspektoren, etc. durchgeführt. Die Arya Vaidya Sala Kottakal Stiftung unterstützte auch den Aufbau einer Arbeitsgruppe für Bauern, um den bedarfsorientierten Anbau und das Marketing medizinischer Pflanzen zu fördern.
Ein geplantes Programm sieht die Einrichtung einer Computer unterstützten Bibliothek zur Online Nutzung vor. Sie soll morphologische und anatomische Standarddaten von Pflanzen für medizinische Herstellungsverfahren bereithalten.


Quelle: Presse Service Ayurveda