Praxis

© Susanne Oehlschläger Die Entstehung von Krankheit durch Stress

Krankheit fällt nicht vom Himmel. Nach der Lehre des Ayurveda beruht Krank­heit auf einem „fehlgesteuerten mensch­lichen Intellekt“ (Prachgna-paradha). So wird in den Jahrtausende alten Schriften Stress beschrieben. Befindlichkeitsstörungen sind die ersten Warnsignale. Sie machen auf das Entstehen einer Krankheit auf­merk­sam. Wer sie ernst nimmt, kann eventuell die Krankheit verhindern.

Ayurveda betrachtet den Menschen in seinen verschiedenen Ebenen. Er erkennt den physischen Körper (Anamaya Cosh), den Energie-Körper (Pranamaya-cosha), den Geist-Körper (Manomaya-cosha) und den Ego-Körper (Vinyanamaya-cosha).
Die Funktionen unserer Körperzellen sind diesen unterschiedlichen Körperhüllen zugeordnet. Der Ayurveda schreibt den Zellen Intelligenz zu, denn jede Zelle hat eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Es gibt Zellen, die für den Eiweißstoffwechsel zuständig sind, andere transportieren Sauerstoff und beispielsweise gibt es auch Gefühlszellen.

Üben die Zellen ihre Funktion nicht mehr vollständig aus, sind dies die ersten Stresssymptome oder anders ausgedrückt: Stress setzt eine Fehlsteuerung der Zellen in Gang. Der Zugang zum eigenen Körper wird erschwert bis dahin, dass er nicht mehr wahrgenommen wird. Symptome überlagern sich und die Wahrnehmungen werden uneindeutig. Zum Beispiel Appetitlosigkeit. Ihr liegt der Geschmacksverlust zugrunde. Essen wird geschmacklos und wir essen dadurch ungesund, ungeregelt und ohne Freude. Solche Symptome sind Hinweise auf Störungen im System. Das bedeutet, dass die Doshas (ordnende Bioenergien) aus der Balance geraten sind. Die Symptome sind vielfältig: Müdigkeit, Erschöpfungszustände, Unaufmerksamkeit, Überforderungsgefühl, das sich zum Beispiel darin ausdrückt, dass Zuhören nur noch schwer möglich ist, Aggressivität, die Risikobereitschaft gegen das Leben nimmt zu, zum Beispiel mit Raserei beim Autofahren, das Körpergewicht gerät außer Kontrolle, durch Zunahme oder Verlust, das Immunsystem wird geschwächt. Jetzt treten Krankheitssymptome auf, wie zum Beispiel Bronchitis oder negative Gedanken. Das zeugt von einem Irrweg des menschlichen Wesens. Nimmt der Stress zu und keine Gegenmaßnahmen eingelietet, wird all dies solange verstärkt bis die Seele stirbt.

Der Ayurveda bietet verschiedene Möglichkeiten zum rechtzeitigen Ausgleich. Wichtig ist das Ungleichgewicht früh zu erkennen und Initiative zu ergreifen. Bei den ersten Anzeichen von Unausgeglichenheit können noch kleine Rituale helfen, die man selbst vornimmt, wie das Verdünsten oder Räuchern von Aromen, Yogaübungen, das Hören von schöner oder heilender Musik und auch Singen. Mantren üben aufgrund ihrer Silbenfolge eine besonders tiefgehende Wirkung aus. Auch die Einnahme von Kräuterpräparaten kann ausgleichend wirken. Heilkräuter verfügen über eine pflanzliche Intelligenz, die Zellen erreicht und in ihrer Funktion unterstützt. Ihre heilende, also
medizinische Wirkung, beruht im Abbau von Zellstress. Gesunde Zellen unterstützen ein ausgeglichenes Immunsystem. Stress ist heute einer der größten Aggressoren gegen ein gesundes Immunsystem, was zu Krankheiten wie Krebs, Demenz, Parkinson, Multiple Sklerosis führen kann.

In den Jahrtausende alten Schriften des Ayurveda kommt natürlich noch nicht das Wort Stress vor. Dort ist die Rede von „fehlgesteuertem menschlichem Intellekt“ (Prachgna-paradha).


Quelle: Presse Service Ayurveda