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© Susanne Oehlschläger

Vorschriften aus Brüssel gestalten die Rechtslage für Ayurvedaprodukte auf dem EU-Markt schwierig

Der BDIH (Bundesverband deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel e.V.) setzt sich dafür ein, dem Gesetzgeber Möglichkeiten aufzuzeigen, den traditionellen Erfahrungsschatz des Ayurveda auch europäischen Verbrauchern zu öffnen, ohne den notwendigen Gesundheitsschutz zu vernachlässigen.

Rechtsvorschriften der EU machen es immer schwieriger ayurvedische Produkte innerhalb der europäischen Gemeinschaft in einem rechtlich gesicherten Rahmen zu vertreiben. Innerhalb des BDIH bildete sich aus diesem Grund die Arbeitsgruppe Ayurveda, die sich vorrangig mit der Sicherung der Verkehrsfähigkeit ayurvedischer Gesundheitsprodukte befasst. Aber auch die Themen Schwermetallbelastung, Anerkennung des ayurvedischen Wissens als gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis und die notwendige Abgrenzung zu Arzneimitteln stehen auf der Agenda.

Das Novel Food Recht verlangt für pflanzliche Zutaten, die in Europa nicht als traditionell gelten, ein langwieriges und kostenintensives Zulassungsverfahren - mit offenem Ausgang für den Antragsteller. Die traditionellen Rezepturen ayurvedischer Gesundheitsprodukte sehen eine Vielzahl an Heilkräutern oder Zutaten mineralischen oder tierischen Ursprungs vor. Dabei sind ihre die Gesundheit fördernde Wirkung nicht auf einen oder wenige Inhaltsstoffe zu begrenzen, sondern das Zusammenspiel aller Zutaten steht für den erwünschten Effekt. Selbst große Pharmaunternehmen scheuen sich deshalb davor ayurvedische Produkte in Europa auf den Markt zu bringen. Ayurvedische Produkte sind bisher als Nahrungsergänzungsmittel rezeptfrei erwerbbar.

Nahrungsergänzungsmittel können, wie andere Lebensmittel auch, nur in begrenztem Umfang Aussagen zur Wirkung machen. Gesundheitsbezogene Aussagen von Ayurvedaprodukten sind somit äußerst beschränkt. Das Recht für Wirkungsaussagen wird durch die Health Claim Verordnung der EU geregelt.

Die Arbeitsgruppe Ayurveda im BDIH plant deshalb die Einrichtung einer Datenbank, die das oftmals verstreutes wertvolles Belegmaterial für den Nachweis traditioneller Zutaten in Europa und dokumentierte Wirknachweise sammelt um im Dialog mit den EU-Behörden zu neuen Lösungsansätzen zu finden. Dabei geht es besonders darum, dem Gesetzgeber Möglichkeiten aufzuzeigen, den traditionellen Erfahrungsschatz des Ayurveda auch europäischen Verbrauchern zu öffnen, ohne den notwendigen Gesundheitsschutz zu vernachlässigen.

Der BDIH setzt sich deshalb in einem konstruktiven Dialog mit anderen nationalen und internationalen Verbänden und Interessenvertretungen dafür ein, dass die unnötig restriktiven Vorschriften überarbeitet werden. Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einem neuen Ansatz.