Begriffe

Abhyanga Abhyanga

Unter den Ayurveda Massagen rangiert sie an erster Stelle. Die Abhyanga ist eine Ganzkörper-Ölbehandlung, die von der Selbstanwendung bis zum gezielten medizinischen Einsatz einem bestimmten Ablauf folgt und einer erlernten Technik bedarf.


 

Begriff

Wie alle Begriffe des Ayurveda stammt auch der Begriff „Abhyanga“ aus dem Sanskrit, der indischen Gelehrtensprache, und wird übersetzt mit Ganzkörper-Ölbehandlung, Ölmassage, Einsalbung. Einreibung, äußeres Einölen.

Im Ayurveda dient die Abhyanga in erster Linie dazu, den ganzen Körper mit einem Ayurvedaöl einzureiben. Die Ölapplikation kann zwei- oder vierhändig ausgeführt werden.
Als Abhyanga wird auch die Öleinreibung im Rahmen der täglichen Körperhygiene bezeichnet.

Technik

Kreisende Bewegungen an den Gelenken und auf Brust und Bauch
Striche an den Extremitäten
Anzahl und Richtung der Kreisbewegungen und der Striche ist festgelegt.
Zweihändig oder völlig synchron vierhändig.
Massagegrad und Geschwindigkeit sind dem Dosha-Typ anzupassen (Vata sanft und langsam, Kapha fest und schnell).
Nach der indischen Schule wird die Person sitzend und liegend, nach der singhalesischen nur liegend massiert.
Begonnen wird immer am Kopf und eine Abhyanga endet immer an den Füssen. Dauer ca. 60 Minuten.
Danach Ruhen, um das Öl wirken zu lassen. Im Anschluss Schwitzbehandlung (Dampf-, Vollbad oder warme Dusche) mit Kräutern um die Ausscheidung der unerwünschten Substanzen über die Haut zu unterstützen.

Ayurveda-Öle

Alle Ayurveda-Öle basieren auf Trägerölen. Klassisch sind dies Sesam-oder Kokosöl.
Da Trägeröle ebenfalls Wirkung auf die Doshas haben, ist dies bei der Wahl des Öls zu berücksichtigen. Sesamöl ist wärmend, Kokosöl hat kühlende Eigenschaften.
Dosha-Öle, wie sie besonders im Wellness zum Einsatz kommen, bestehen aus Trägerölen und das jeweilige oder alle drei Doshas ausgleichenden Kräuterbeimischungen.
Medizinierte Öle bestehen aus Trägerölen und Heilkräuterbeimischungen. Dazu werden die Öle in teilweise sehr aufwendigen und langen Prozessen nach weiteren Regeln (Jahreszeit, Mondstand, Abfolge der Beimischungen) gekocht. Einem medizinierten Ayurvedaöl können bis zu 70 Kräuter beigemischt sein.
Traditionell werden die Öle, noch heute über offenem Feuer gekocht. Die Industrialisierung hat inzwischen auch bei der Herstellung von Ayurveda-Ölen Einzug gehalten.
In Europa werden je nach Schule auch Oliven- und Sonnenblumenöl als Trägeröl verwendet.

Anwendungen

Wellness

Verwendung von angewärmten Dosha- oder Tridosha-Ölen, zum Ausgleich des Konstitutionstyps

Prävention

Tägliche Körperhygiene mit angewärmtem Dosha- oder passendem Träger-Öl.

Medizin

Vor einer Panchakarma-Kur zur Ausleitung von Toxinen aus Gewebe und Körperzellen in den gastro-endokrinalen Trakt oder zur Therapie. In beiden Fällen Verwendung von Ölen, die mit auf den Zweck abgestimmten Heilkräutern angereichert sind. Es kann sein, dass dazu Öle für einen Patienten nach alten Rezepturen extra gemischt und gekocht werden.

Wirkung

Jede gut durchgeführte Abhyanga hat folgende Wirkungen

  • kreislaufanregend
  • stärkt das ntrale Nervensystem
  • aktiviert die Funktion der inneren Organe
  • kräftigt die Muskulatur
  • stoffwechselanregend
  • reinigend
  • pflegend
  • belebend
  • wirkt verjüngend.

Wellness

  • entspannend, belebend

Präventiv

  • Gewebe und Körperzellen reinigend, pflegend, zur Vorbeugung von Krankheiten.

Medizinisch

  • Vor einer Panchkarma-Kur ausleitend, reinigend, danach nährend. Unterstützend in der Therapie über die Einschleusung von Heilsubstanzen über die Haut.

Eine Abhyanga ist keine

  • klassische Muskelmassage
  • Druckpunktmassage
  • Meridianmassage
  • Bindegewebsmassage
  • Aromamassage.


Quelle: Presse Service Ayurveda